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Fachkräftemangel in Berlin verändert Arbeits- und Talentmarkt
Bemühungen, bis 2035 rund 560.000 Stellen zu besetzen, zwingen Arbeitgeber dazu, ihre Rekrutierung und Ausbildung auf Frauen, Migranten und Langzeitarbeitslose auszuweiten.
Wie wir berichtet haben

Berlin muss bis 2035 rund 560.000 Arbeitsplätze besetzen, etwa ein Viertel der derzeitigen Erwerbsbevölkerung, so Zahlen der Technischen Universität Berlin. Demografischer Wandel, Digitalisierung und strukturelle wirtschaftliche Veränderungen treiben die Lücke voran und zwingen Unternehmen, ihre Personalbeschaffung und Talententwicklung neu zu denken, anstatt nur um denselben engen Kandidatenpool zu konkurrieren.
Strategie zielt auf unterrepräsentierte Gruppen ab
Die Stadt hat im vergangenen Jahr die Berliner Fachkräftestrategie 2035 verabschiedet, um dem Mangel zu begegnen. Die Erwerbsquote von Frauen lag 2024 bei 70,9 Prozent, die von Menschen mit Migrationshintergrund bei 66,3 Prozent, beides lässt noch Raum für Wachstum. Der Plan zielt auch darauf ab, Menschen mit Behinderungen und Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Diese Prioritäten verändern bereits die Einstellungspraxis: Immer mehr Unternehmen bieten flexible Arbeitszeiten und gezielte Ansprache in Stadtteilen wie Neukölln und Wedding an.
Die Beteiligung an Erwachsenenbildung ist in Berlin die niedrigste aller Bundesländer: Nur 14 Prozent der Erwerbstätigen nahmen 2019 an arbeitsbezogenen Weiterbildungen teil. Diese niedrige Zahl, dokumentiert in einer OECD-Studie, spiegelt die geringen Ausgaben der Arbeitgeber für Personalentwicklung wider und hat neue öffentlich-private Initiativen zur Schließung der Lücke angestoßen.
Ausbildung und Bundesförderung erweitern Optionen
Das Berliner Bündnis für Ausbildung hat sich zum Ziel gesetzt, bis April 2025 mindestens 2.000 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Das Programm soll den inklusiven Zugang verbessern und gleichzeitig den Mangel in Handwerks- und technischen Berufen direkt bekämpfen. Gleichzeitig subventioniert das im April 2024 novellierte Qualifizierungschancengesetz des Bundes Weiterbildungskosten und erstattet kleinen Unternehmen während der Qualifizierungsphase 100 Prozent der Lohnkosten. Aktuelle Arbeitsmarktdaten zeigen, dass 2025 rund 2,2 Millionen Menschen in Berlin beschäftigt sind, darunter über 976.000 Ausländer, eine breitere Basis, die diese Anreize erschließen sollen.
Unternehmen, die bisher ihre Weiterbildungsbudgets begrenzt haben, können nun direkte Unterstützung erhalten, wenn sie bestehende Mitarbeiter weiterqualifizieren oder neue Auszubildende einstellen. Die Kombination aus städtischen und bundesweiten Maßnahmen verschiebt den Talentmarkt hin zu einer langfristigen Personalplanung statt kurzfristiger Rekrutierungsaktionen.
Arbeitgeber, die ihre Pipeline erweitern möchten, können über die Berliner Wirtschaftsförderung ihre Förderfähigkeit nach dem Qualifizierungschancengesetz prüfen lassen und sich beim Berliner Bündnis für Ausbildung über die Vermittlung von Ausbildungsplätzen informieren.