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Berliner Bildungsreformen: Senat legt Pläne gegen Kompetenzmängel und hohe Lehrerbelastung vor
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und Gewerkschaftspartner stellen Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung, gezielteren Förderung und Entlastung von Lehrkräften vor.
Wie wir berichtet haben

Der Berliner Senat hat eine Reihe von Bildungsmaßnahmen angekündigt, die auf höhere Standards in den Kernfächern und eine bessere Steuerung der Lehrerkapazitäten abzielen. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch hat eine neue Qualitätsstrategie vorgestellt, die eine standardisierte Überprüfung der Lernfortschritte in Deutsch und Mathematik vorsieht, mit dem Ziel, den Anteil der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen, die die nationalen Mindeststandards erreichen.
Pläne zur Entlastung von Lehrkräften und zur Förderung von Brennpunktschulen
Katharina Günther-Wünsch schlägt vor, die bisher vorgesehenen Förderstunden an Schulen abzuschaffen, um die dadurch freiwerdenden Lehrerkapazitäten gezielt an Brennpunktschulen einzusetzen. Dieser Schritt stößt bei Elternvertretungen und Schulleiterverbänden auf Widerstand. Ein gemeinsam mit der GEW unterzeichnetes Entlastungspaket sieht ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise Erleichterungen vor, darunter kleinere Klassen in schwierigen Schulumfeldern sowie einen zusätzlichen freien Tag für Gespräche zu Lernfortschritten in der Grundschule.
Verlängerte Schulpflicht und Qualifikationsziele
Außerdem wurde ein elftes Pflichtschuljahr für Jugendliche unter 18 Jahren eingeführt, die noch keine klare Perspektive für ihren weiteren Werdegang haben. Die Maßnahme richtet sich gegen die im vergangenen Schuljahr erfasste Quote von 8,7 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Abschluss. Ein Schulbauvorhaben hat bis zum Schuljahr 2025/2026 bereits rund 53.000 zusätzliche Schulplätze geschaffen und den Platzmangel von 26.100 auf 24.100 reduziert.
Die Maßnahmen spiegeln die abgestimmten Bemühungen von Bildungsverwaltung und GEW wider, Ressourcen dort zu bündeln, wo der Bedarf am größten ist. Die Qualitätsstrategie setzt auf messbare Fortschritte in Deutsch und Mathematik, während das Entlastungspaket Lehrkräfte ab dem Schuljahr 2026/2027 strukturell entlasten soll.
Die Umsetzung erfolgt über die bestehenden Schulnetzwerke; Elternvertretungen und Schulleitungsgremien bleiben in die Diskussion über die geplante Umverteilung eingebunden. Über die Auswirkungen der neuen Evaluierungsvorgaben sowie der verlängerten Schulpflicht auf einzelne Schülerinnen und Schüler können sich Familien bei den jeweiligen Schulverwaltungen informieren.