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Build-to-Rent-Projekte: Was Mieter erwarten können
Neue Mietkomplexe in Berlin bieten Mietern längere Laufzeiten und kalkulierbare Kosten, zu einer Zeit, in der die Kaufpreise stadtweit bei rund 5.500 Euro pro Quadratmeter liegen.
Wie wir berichtet haben
Derzeit entstehen in Berlin mehrere Build-to-Rent-Projekte, die Mietern mehrjährige Mietverträge und gebündelte Serviceleistungen versprechen, mit monatlichen Gesamtkosten, die deutlich unter den Kaufnebenkosten in denselben Stadtteilen liegen.
Die finanzielle Belastung hat sich in diesem Sommer verschärft: Die Hypothekenzinsen bleiben hoch, während die durchschnittlichen Verkaufspreise bei 5.500 Euro pro Quadratmeter liegen. Erstkäufer werden dadurch in die Außenbezirke gedrängt oder scheiden gänzlich aus dem Markt aus. Mieter, die denselben Einkommensdruck spüren, wenden sich zunehmend institutionellen Vermietern zu, die Bau- und Finanzierungskosten auf Hunderte von Einheiten verteilen können.
Projekte in Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg
Ein Vorhaben an der Berliner Straße in Pankow soll Ende 2027 insgesamt 320 Wohnungen liefern, mit Fitnessstudio und Paketfächern, die bereits in der Miete enthalten sind. Ein weiteres Projekt am Spreeufer in Friedrichshain-Kreuzberg, das von einem niederländischen Pensionsfonds finanziert wird, sieht Mindestmietzeiten von 18 Monaten vor und begrenzt die jährlichen Mietsteigerungen in den ersten fünf Jahren auf zwei Prozent. Beide Standorte befinden sich in Laufweite zu U-Bahnhöfen, die seit Dezember 2025 vom erweiterten S-Bahn-Fahrplan der Stadt bedient werden.
Lokale Mieterorganisationen weisen darauf hin, dass diese Verträge die stadtüblichen dreimonatigen Kündigungsfristen umgehen, dabei aber weiterhin den strengen Berliner Mietpreisregelungen für Bestandswohnungen entsprechen. Bewohner vergleichbarer Komplexe, die im vergangenen Jahr fertiggestellt wurden, berichten von kombinierten Betriebs- und Servicekosten, die monatlich rund 180 Euro niedriger liegen als bei selbst genutztem Wohneigentum in derselben Postleitzahl.
Kostenvergleich und nächste Schritte
Zu aktuellen Preisen kostet eine 70-Quadratmeter-Wohnung in Mitte rund 385.000 Euro, bei einer Eigenkapitalquote von 20 Prozent und monatlichen Rückzahlungsraten von über 1.800 Euro, sobald Zinsen und Instandhaltung hinzugerechnet werden. Vergleichbare Build-to-Rent-Einheiten desselben Gebäudetyps sind bereits ab 1.050 Euro all-inclusive zu mieten, was Kapital freisetzt, das andernfalls in den Eigenkapitalaufbau fließen würde. Daten des städtischen Grundbuchamts zeigen, dass Pankow zwischen Januar und Juni dieses Jahres einen Anstieg der Mietangebote um neun Prozent verzeichnete, den höchsten Wert unter allen innerstädtischen Bezirken.
Interessierte Mieter sollten ihr Interesse direkt bei den Hausverwaltungen anmelden, die auf den Planungsportalen von Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg gelistet sind, bevor die nächste Bewerbungsrunde im September eröffnet wird. Der schnellste Weg, die angegebenen Einsparungen zu überprüfen, ist ein Abgleich der genauen Betriebskostenaufstellung mit dem städtischen Energiekostenindex für 2026.