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Wie Temperatur, Licht und Lärm Ihren Schlaf beeinflussen
Die sommerlichen Bedingungen in Berlin zwingen viele Bewohnerinnen und Bewohner dazu, ihre Schlafzimmer besser gegen Hitze, lange Tage und Straßenlärm zu rüsten.
Wie wir berichtet haben

Laut einer Erhebung des Berliner Gesundheitsamts aus dem Jahr 2025, für die 4.200 Haushalte befragt wurden, wacht jede zweite erwachsene Person in der Stadt mindestens zweimal pro Nacht auf, sobald die Raumtemperatur 24 Grad Celsius überschreitet.
Die Kombination aus Julihitze, langen Dämmerungsphasen und Straßenlärm durch geöffnete Fenster erschwert erholsamen Schlaf, vor allem in dicht bebauten Stadtteilen. Im vergangenen Sommer wurden 18 Nächte mit Temperaturen über 20 Grad verzeichnet, ein Wert, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Berliner Gesundheitswesen mit gehäuften Erschöpfungsmeldungen am Arbeitsplatz in Verbindung bringen.
Bewohnerinnen und Bewohner in der Nähe des Tiergartens berichten, dass nächtliche Veranstaltungen und frühmorgendlicher Fahrradverkehr auf der Straße des 17. Juni Geräusche in die Wohnungen tragen, selbst bei geschlossenen Fenstern. Im westlichen Stadtgebiet klagen Anwohnerinnen und Anwohner rund um den Wannsee darüber, dass die Luftfeuchtigkeit vom See die Schlafzimmertemperaturen in die Höhe treibt, während die 2023 entlang des Uferwegs aufgestellten Outdoor-Fitnessgeräte in der Hauptsaison bis 23 Uhr beleuchtet sind.
Wohnungstauglich: So lässt sich die Temperatur im Berliner Altbau senken
Schon einfache Maßnahmen zeigen messbare Wirkung. Eine Studie der Charité aus dem Jahr 2024 ergab, dass eine Absenkung der Schlafzimmertemperatur um zwei Grad den durchschnittlichen Tiefschlaf um 14 Minuten pro Nacht verlängert. Mobile Klimageräte zum Preis von rund 280 Euro halbierten in Kreuzberger Altbauwohnungen innerhalb der ersten zwei Nutzungswochen die Beschwerden über unruhige Nächte. Wer zwischen 5 und 7 Uhr morgens, bevor der Verkehr auf der Kantstraße zunimmt, quer durch die Wohnung lüftet, kann die Räume ohne zusätzliche Kosten kühlen.
Was Berliner Haushalte gegen Licht und Lärm tun
Verdunklungsrollos, die im vergangenen Frühjahr in Prenzlauer Berger Wohnungen angebracht wurden, kosteten 65 Euro pro Fenster und reduzierten den morgendlichen Lichteinfall so stark, dass die Teilnehmenden eines Pilotprojekts des Bezirks im Schnitt 22 Minuten früher einschliefen. Ohrstöpsel mit einem Dämmwert von 33 Dezibel, erhältlich in Apotheken auf der Bergmannstraße, in Kombination mit Weißrauschgeräten bei 45 Dezibel, senkten die durch vorbeifahrende Straßenbahnen auf dem Mehringdamm verursachten Weckreize. Fahrradgezähldaten der Stadt zeigen, dass der Verkehr nach 22 Uhr um 40 Prozent zurückgeht, eine Ruhephase, die viele inzwischen bewusst schützen, indem sie ihr Smartphone in einem anderen Zimmer lassen.
Wer Veränderungen einzeln ausprobiert, etwa zunächst Rollos anbringt und danach die Temperatur anpasst, erzielt bereits innerhalb einer Woche spürbare Fortschritte. Berliner Ärztinnen und Ärzte empfehlen weiterhin, den Schlaf jeweils drei Nächte vor und nach jeder Maßnahme zu protokollieren, um herauszufinden, was in den jeweiligen Räumlichkeiten tatsächlich hilft.