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Gehmeditation: So wird Ihr täglicher Spaziergang zur Achtsamkeitsübung
Berliner Bewohner integrieren bewusstes Atmen und gleichmäßige Schritte in ihre gewohnten Wege durch die Grünkorridore der Stadt.
Wie wir berichtet haben

Immer mehr Menschen in Berlin legen ihr Handy beiseite, um beim morgendlichen oder abendlichen Spaziergang jeden Schritt zu zählen und den Atem mit dem Gang zu synchronisieren.
Die urbane Enge und lange Arbeitstage haben viele Bewohner zu kostengünstigen Praktiken geführt, die sich zwischen Pendeln und Alltagsbesorgungen einfügen lassen, die Gehmeditation bietet dabei eine unkomplizierte Möglichkeit, den Geist zu sammeln, ganz ohne zusätzliche Ausrüstung oder Kursstudio.
Routen durch den Tiergarten und an den Wannsee
Viele Teilnehmer starten am östlichen Eingang des Tiergartens nahe dem Brandenburger Tor und schlendern westwärts auf den Hauptwegen in Richtung Siegessäule, den Blick dabei zehn Meter voraus auf den Boden gerichtet und die Beschaffenheit des Kieses unter jedem Schuh bewusst wahrnehmend. Andere zieht es zum Wannsee: Sie beginnen am Eingang des Strandbads Wannsee, umrunden den Badestrand auf dem asphaltierten Uferweg und biegen anschließend in die ruhigeren Waldpfade des angrenzenden Forsts ab. Lokale Gruppen wie das Netzwerk Berlin Park Fitness bieten an diesen Orten samstags kostenlose Einheiten an, bei denen dieselben Atemübungen mit den vorhandenen Outdoor-Fitnessgeräten kombiniert werden.
Belege und erste Schritte
Eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2025 ergab, dass 38 Prozent der Erwachsenen in Großstädten mindestens einmal pro Woche eine Form von Achtsamkeitsaktivität im Freien ausprobieren, gegenüber 22 Prozent im Jahr 2022. Ein sechswöchiger Einführungskurs im Volkspark am Weinberg kostet 45 Euro und findet jeden Dienstag um 7:30 Uhr statt. Wer anfangen möchte: Einfach fünf Minuten lang langsam auf einem vertrauten Weg gehen, dabei die Schritte still bis zehn zählen und wieder von vorne beginnen, und jeden Tag eine Minute dazufügen, bis sich die gesamte Route fest im Hier und Jetzt verankert anfühlt.